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Mit Google Analytics herausfinden, was die Kunden vertreibt

Erfolgreiche Unternehmer und Vermarkter setzen Ihren Online-Fokus auf zwei Kernthemen: Steigerung der Besucherzahlen und Optimierung der Konversionsraten (Welcher Teil der Besucher meldet sich für den Newsletter an, stellt eine Kontaktanfrage oder kauft ein Produkt?).

Der Grund ist eine einfache Formel:

Umsatz = Besucher × Konversionsrate

Wenn Ihre Website nicht gut genug konvertiert, verlieren Sie bares Geld. Es ist, als würde ein Kunde in Ihr Geschäft laufen, sich kurz umgucken und dann auf dem Absatz kehrt machen. Schlecht, stimmts? Wie auch im Laden hat den Kunden wohl etwas verstimmt oder er hat nicht gefunden, wonach er gesucht hat. Das können wir aber zum Glück ändern – und das ohne im Nebel herumzustochern, schnell, systematisch und mit Plan.

Unser Helferlein heißt Google Analytics. Falls Sie Google Analytics noch nicht kennen oder noch nicht auf Ihrer Website verwenden, holen wir das jetzt schleunigst nach. Mit den Daten von Google Analytics werden wir im Verlauf dieses Artikels die Schwachpunkte Ihrer Website identifizieren, isolieren und beheben. So verbessern wir Ihre Website und sorgen für messbaren Erfolg. Packen wir es an!

Google Analytics installieren

Google Analytics ist ein kostenloses Statistikwerkzeug, welches die Zugriffe auf Ihrer Website misst und auswertet. Google Analytics untersucht „die Herkunft der Besucher, ihre Verweildauer auf einzelnen Seiten sowie die Nutzung von Suchmaschinen und erlaubt damit eine bessere Erfolgskontrolle(Wikipedia, 12.5.2015) von Werbekampagnen online und offline. Laut Wikipedia wird Google Analytics von fast 50% aller Websites verwendet.

Die Installation von Google Analytics besteht aus 3 schnellen Schritten:

  1. Melden Sie sich bei Google Analytics an
  2. Sie müssen einen Kontonamen (zum Beispiel der Name Ihrer Firma), die Adresse Ihrer Website und die Branche eingeben. Wählen Sie als Tracking-Methode „Universal Analytics“, das ist der neueste Standart und löst die „Classic Analytics“ langsam aber sicher ab.
  3. Klicken Sie auf „Tracking-ID“ abrufen, – unter Umständen ist diese unter „Tracking-Informationen“ im Reiter „Property“ versteckt – die Verwaltungsübersicht Ihres Analytics-Konto öffnet sich. Bei Content-Management-Systemen wie WordPress können Sie jetzt Plugins wie Google Analytics by Yoast installieren und die Tracking-ID dort einfügen. Haben Sie 2015 noch eine statische Webseite, müssen Sie den kompletten Tracking-Code kopieren und vor dem schließendem </head>-Tag auf jeder zu überwachenden Unterseite einfügen. Auf der Seite „Tracking-Informationen“ ändert sich der Tracking-Status sofort von „Nicht installiert“ zu installiert.
Hier finden Sie die Tracking-ID.

Hier finden Sie die Tracking-ID.

Google Analytics fängt jetzt an Daten zu sammeln – schauen Sie doch in ein bis zwei Tagen einmal hinein. Für unsere weiteren Schritte sollten Sie 30 Tage warten, um genügend aussagekräftige Daten für eine Optimierung zu sammeln.

Die wichtigsten Kennzahlen

Mit einem Klick oben auf „Berichte“ sehen Sie alle Daten, die Google für Sie sammelt. Auf der rechten Seite können Sie diese filtern und zum Beispiel nachsehen, was für Menschen auf Ihrer Website unterwegs sind (Zielgruppe), wo diese her kommen (Akquisition) und was sie treiben (Verhalten). Google Analytics misst viele verschiedene Werte, klicken Sie sich ruhig durch die Menüs und gehen Sie auf Erkundungstour.

Bericht "Zielgruppenübersicht" in Google Analytics, der Benchmarks für die gesamte Website zeigt

Bericht „Zielgruppenübersicht“ in Google Analytics, der Benchmarks für die gesamte Website zeigt

Fertig? Super! Heute geht es darum die Seiten zu finden, auf oder wegen denen potentielle Kunden Ihre Website verlassen und Ihnen so verloren gehen. Dafür sehen wir uns drei wichtige Metriken für alle Unterseiten an:

  1. Durchschnittliche Sitzungsdauer: Wie lange sind die meisten Besucher auf Ihrer Webseite?
  2. Absprungrate: Welcher Teil der Besucher schließt Ihre Website sofort ohne sich eine zweite Unterseite anzusehen
  3. Ausstiege: Welcher Teil der Besucher verlässt Ihren Webauftritt von einer bestimmten Unterseite aus

Wir suchen Problem-Seiten. Diese haben hohe Absprungraten, hohe Ausstiegsraten und niedrige Sitzungsdauer. „Hoch“ und „niedrig“ sind natürlich relativ – Orientieren Sie sich an den Gesamtdurchschnitten Ihrer Website, zeigen Sie diese via Verhalten → Übersicht an. Schreiben Sie sich diese Benchmarks am besten auf, damit Sie diese im nächsten Schritt zur Hand haben.

So lassen Sie sich die Problem-Seiten anzeigen

Lassen Sie uns jetzt die problematischen Seiten finden. Öffnen Sie die Übersicht aller Seiten mit einem Klick auf Verhalten → Website-Content → Alle Seiten und wählen Sie unten bei Zeilenanzeige „100“ statt „10“ Zeilen auf einmal.

Ihnen wird jetzt eine Auflistung der Unterseiten Ihrer Website ausgegeben. Für jede Seite wird gemessen, wie oft die Seite aufgerufen (Seitenaufrufe) wurde, wie oft die Seite von individuellen Personen aufgerufen wurde (Eindeutige Seitenaufrufe), wie hoch die durchschnittliche Besuchszeit ist, wie viele Seiteneinstiege über die jeweilige Seite stattfanden, wie hoch die Absprungrate, die Ausstiegsrate und – bei gesetzen Conversion-Zielen – der Seitenwert ist. Keine Sorge, Conversionziele müssen Sie jetzt noch nicht setzen – das ist Stoff für einen eigenen Artikel. Über diesen informiere ich Sie gerne, sobald es soweit ist.

Gehen Sie die Liste durch und notieren Sie sich jede Unterseite mit einer kurzen Verweildauer, einer hohen Absprungrate oder einer hohen Ausstiegsrate. Das sind die Seiten, welche Ihre Kunden zum Verlassen Ihrer Website veranlassen. Drei Beispiele:

Diese Unterseite hat eine kurze Verweildauer - circa 40 Sekunden weniger als der Durchschnitt. Rauf auf die Liste.

Diese Unterseite hat eine kurze Verweildauer – circa 40 Sekunden weniger als der Durchschnitt. Rauf auf die Liste.

Dieser Blogbeitrag hat eine viel höhere Absprungrate als de Rest der Seite. Das sollte man sich genauer ansehen.

Dieser Blogbeitrag hat eine viel höhere Absprungrate als de Rest der Seite. Das sollte man sich genauer ansehen.

Auf dieser Startseite sind viele Ausstiege zu verzeichnen. Diese wäre zu überprüfen.

Auf dieser Startseite sind viele Ausstiege zu verzeichnen. Diese wäre zu überprüfen.

Problem-Seiten verbessern

Sie haben jetzt eine Liste von Unterseiten Ihrer Website, bei denen Sie durch eine Verbesserung Lecks in Ihrer Umsatzpipeline stopfen können. Bevor wir damit anfangen, bereinigen wir die Liste aber. Streichen Sie alle Seiten von der Liste, bei denen eine niedrige Verweildauer oder eine hohe Exitrate nicht schlechtes ist. Hilfe-Artikel, bei denen die Verweildauer niedrig ist, könnten dem Kunden zum Beispiel schnell helfen – das ist etwas gutes. Ebenso sind hohe Exitraten auf einer Folge-Danke-Seite nach einem Kontaktformular normal, da der Kunde ja eine Anfrage stellen konnte und jetzt nicht weiter auf Ihrer Website herumklicken muss.

Wenn die Liste bereinigt ist, öffnen Sie die verblieben Seiten einzeln und sehen Sie sich diese kritisch aus dne Augen eines Besuchers an. Stellen Sie sich diese Fragen:

  1. Muss etwas auf der Seite klarer oder besser erklärt werden?
  2. Sind die Inhalte detailliert genug? Werden die Erwartungen, die zum Beispiel die Überschrift beim Besucher erzeugt, durch die Inhalte erfüllt?
  3. Falls es um eine Produktseite geht: Ist alles gelistet, was drauf sein muss? Inklusive Fotos, Text und Eigenschaften? Hat der Kunde wirklich alle Informationen, die er braucht um eine gute Kaufentscheidung zu fällen?
  4. Sind Fotos klar, scharf und passend zum Thema gewählt?
  5. Stimmen die Grammatik und die Rechtschreibung?
  6. Könnte etwas auf der Seite verwirrend, unklar miss- oder unverständlich sein?

Notieren Sie sich die Fehler, die Sie entdecken und schreiben Sie mögliche Lösungsansätze gleich auf.

Falls Sie nicht drauf kommen, was falsch sein könnte, fragen Sie jemanden anderen um eine ehrliche Meinung. Es kann schwierig sein die Fehler auf der eigenen Website zu finden, weil man einfach zu viel Zeit darauf verbringt.

Here comes the Sun: Änderungen vornehmen

Sie haben jetzt Ihre Problemseiten identifiziert, untersucht und Verbesserungsansätze aufgeschrieben. Sie haben jetzt zwei Möglichkeiten diese Verbesserungsansätze umzusetzen und die Lecks in Ihrer Umsatzpipeline zu schließen.

Die Einfach-hier-mal-machen-Methode (EHMMM)

Bei EHMMM setzen Sie Änderungen sofort um, weil Sie sich sicher sind das diese Änderungen die Situation nicht verschlechtern können. Das heißt zum Beispiel fehlende Bilder zu ersetzen, Rechtschreibfehler verbessern oder, falls die Absprungrate der Seite so hoch ist (über 90%) das jede Änderung zu einer Besserung führt, das Konzept gegen ein erprobtes zu tauschen

Manchmal ist man sich aber nicht sicher, ob die Änderungen wirklich Ihre Situation verbessern. In diesem Fall benutzt man am Besten einen A/B-Test. Dabei wird die jetzige Website-Version mit der neuen Version verglichen und gemessen, welche mehr Besucher zum Bleiben, Kaufen oder Weiterlesen bewegt. So stellen Sie sicher, dass eine Änderung Ihrer Website dient und nicht schadet.

A/B-Testen: Der datenbasierte Ansatz

Ein A/B-Test ist auf jeden Fall immer dann richtig, wenn es große Änderungen durchzuführen gilt, wie zum Beispiel:

  • Hauptmenü umgestalten
  • Wichtige Unterseiten umgestalten
  • Funktionen entfernen oder ändern, welche von den Usern gerne genutzt werden
  • Änderungen einsetzen, über deren Auswirkungen man keine sicheren Vorhersagen treffen kann

A/B-Tests (auch Split-Tests genannt) kann man natürlich auch für kleinere Elemente, wie Buttons, Texte oder Verlinken einsetzen. Wer konsequent seine Website A/B-Tests unterzieht, wird diese Stück für Stück, (Monat für Monat?) verbessern und so immer mehr aus seinen Besuchern machen können.

Excel als schneller Helfer

Laden Sie sich unsere Excel-Vorlage herunter, um schnell und auf einen Blick zu sehen welche Teile Ihrer Website Ihnen die Kunden vergrault.

Ihr Vorteil

Durch das Verbessern der Schwachstellen in Ihrem Online-Auftritt können Sie das Nutzungserlebnis Ihrer Kunden und die Zahl der eingehenden Anfragen optimieren. Setzen Sie sich die Umsetzung doch gleich auf die To-Do-Liste für morgen – Ideen haben die besten Chancen ausgeführt zu werden, wenn das in den ersten 72 Stunden passiert.

Ein paar Anregungen für die Verbesserung Ihrer Konversionsraten haben wir Ihnen hier kostenlos zur Verfügung gestellt:

5 Konversionsbooster

Es gibt noch einiges mehr, was man mit Google Analytics überwachen und so optimieren kann. Was macht Ihre Webseite zum Beispiel besonders gut?

Falls Sie  Unterstützung brauchen oder die Analyse lieber uns überlassen wollen, kontaktieren Sie uns. Bei Fragen schreiben Sie uns gerne einen Kommentar, wir antworten gerne darauf.

Author: Franz Sauerstein

Franz Sauerstein ist Digital-Marketer mit Spezialisierung auf profitables WordPress-Webdesign und umsatzstarke WooCommerce-Shoplösungen. Er hilft Unternehmen und Organisationen, Wert zu erzeugen - und das auf eine wirtschaftliche und zuverlässige Art. In seiner Freizeit ist er stets auf der Suche nach der weltbesten Heißen Schokolade.

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