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„Konstanz kann das Zentrum einer brummenden Gründerregion werden!“ Interview mit dem Konstanzer Gründerschiff

Xciting Webdesign interviewt das Gründerschiff und findet heraus, dass kein Gründer perfekt sein muss, es zum Gründen nie zu spät ist und Konstanz beziehungsweise die Bodenseeregion zu einer Gründerregion wie Berlin werden könnte. Viel Spaß beim Lesen und Diskutieren!

Das Konstanzer Gründerschiff berät Gründer und hilft ihnen, erfolgreiche Unternehmen hier am Bodensee zu formen. Seinen Stapellauf hatte das Gründerschiff im Geschehen des Gründens selbst. Moritz Meidert und Hans Christian Hillmann lernten sich während des Entstehens der Wählervereinigung „Junges Forum Konstanz“ kennen, die Christian ins Leben gerufen hatte.

Im Zuge der politischen Aufbauarbeit merkten die beiden schnell, dass sie ein gutes Team bildeten. Nach dem Wahlerfolg des Jungen Forums fragte Christian Moritz, der bereits seit vielen Jahren als Gründungscoach arbeitete: „Was gründen wir als nächstes?“ Bald darauf wurde das Gründerschiff vom Stapel gelassen.

Franz Sauerstein, Xciting Webdesign: „Hallo Moritz, was macht das Gründerschiff?“

Moritz Meidert, Gründerschiff: „Was wir machen, ist im Schwerpunkt Gründungsberatung. Mit anderen Worten: Wir unterstützen Gründer bei allem, was sie brauchen, um zu gründen. Das beginnt bei der Entwicklung der Idee zu einem Geschäftsmodell.

Es kam zum Beispiel ein Student zu uns und sagte: „Ich habe hier eine Idee. Ich bin dabei diese Idee zu einem Produkt zu entwickeln, aber ich weiß nicht so recht wie.“ Mittlerweile haben wir die Idee soweit, dass nach zweieinhalb Jahren ein Produkt daraus geworden ist . Während seinem Studium haben wir das kontinuierlich gezogen, aber auf neidriger Flamme bearbeitet.

"Kein Gründer ist perfekt - wir ja auch nicht." - Moritz Meidert, Gründerschiff

„Kein Gründer ist perfekt – wir ja auch nicht.“ – Moritz Meidert, Gründerschiff

Gleichzeitig nehmen wir Gründern aber auch alles das ab, was sie nicht selber leisten wollen oder können. Kein Gründer ist perfekt. Wir ja auch nicht! Ich habe ja auch einen Steuerberater, der mir die Buchhaltung macht, weil der das besser kann als ich.

Und deswegen bieten wir dem Gründer an die Buchhaltung abzunehmen. Das macht ein Buchhalter oder eine Buchhalterin, die wir auf Stundenbasis beschäftigen mit einer direkten Anbindung an den Steuerberater. Und dann hat man das genauso professionell, nur günstiger, wie wenn man es direkt einen Steuerberater machen lässt.

Wir arbeiten mit Grafik- und Werbeleuten zusammen, die äußerst günstige Angebote für Gründer machen. Das hat zwei Gründe: Erstens weil sie bis zu einem bestimmten Grad standardisiert arbeiten. Der zweite Grund ist, dass wir an denen beteiligt sind. Das ist eine Firma, wo wir einen Anteil dran haben und wo wir Arbeit reinstecken, die wir nicht in Cash vergütet bekommen, sondern dadurch, dass unsere Gründer davon etwas haben.

Da gehört dann auch dazu: klassisches Coaching, also auch Persönlichkeitsentwicklung oder Training oder Begleitung. Wir bieten den Gründern eine Rundum-Betreuung. Mit uns erreichen die Gründer mehr.“

Franz Sauerstein: „Wie lang arbeitet ihr mit euren Gründern zusammen?“

Moritz Meidert: „Langfristig wollen wir mit den Kunden als Partner zusammenarbeiten. Das heißt, wir haben einige Kunden, mit denen wir, weil das Geschäftsmodell sehr spannend ist, den Deal machen, dass wir weniger für unsere Arbeit kriegen und dafür eine Beteiligung an der Firma.“

"Langfristig wollen wir mit den Kunden als Partner zusammenarbeiten."

„Langfristig wollen wir mit den Kunden als Partner zusammenarbeiten.“

Franz Sauerstein: „Wie haben die Gründer etwas davon, wenn sie Anteile an euch abtreten?“

Moritz Meidert: „Da haben die Gründer etwas von, weil sie Liquidität sparen und trotzdem professionelle Unterstützung kriegen. Und wir haben etwas davon, weil wir – vorausgesetzt die Kunden entwickeln sich gut – am Ende Anteil an einer tollen Firma haben. Immer natürlich mit dem Risiko, dass das schiefgeht. Das ist bei Gründung immer so.

„Wir haben natürlich einen anderen Anreiz dann, uns da reinzuhängen, als nur einen Tagessatz.“

Wir kommen nur auf unseren Schnitt, falls die Firma sich gut entwickelt. Sonst wäre unser Investment umsonst. Deshalb machen wir das auch nicht bei Kleingewerbe oder so, aber bei Dingen, die aus unserer Sicht sich lohnen können, da sieht die Lage da anders aus.

Das ist im Wesentlichen unser Geschäftsmodell.“

Franz Sauerstein: „Arbeitet das Gründerschiff nur am Bodensee oder national?“

Moritz Meidert: „Anfangs wollen wir vorranging die Bodenseeregion zu bedienen – und zwar jenseits jeglicher Grenzen. Grenzen blockieren mich nur im Kopf. Für Gründer darf das kein Thema sein.

Im nächsten Schritt werden wir das dann auch räumlich weiter auszudehnen. Aber das hängt dann davon ab, wann man welche Finanzierung dafür bekommt. Wir sind eine Gründung, die am Liquidität braucht. Aus eigener Kraft kann man langsam wachsen und nicht schnell. Das ist klar.“

Franz Sauerstein: „Was sind eure idealen Kunden?“

Moritz Meidert: „Die Mehrheit unserer Kunden sind bisher Seniorgründer, also über 40. Ich würde es aber nicht am Alter festmachen wollen, sondern Idealkunde ist ein Kunde, der eine coole Idee hat, die wirklich was Neues darstellt, die ein Geschäftsmodell ermöglicht, das gut skalierbar ist.

Damit meine ich nicht nur IT-Start-Ups, sondern insbesondere auch klassische Hightech-Start-Ups im Maschinenbau, im Anlagenbau, in der Elektrotechnik, Medizintechnik, ganz viele Sachen. Start-Ups, die das Ziel haben, nicht das nächste Facebook aufzubauen, sondern den nächsten guten Mittelstand.

„Wir sind hier in einer Gründerregion, die nicht wie Berlin einen Hype nach dem anderen produzieren kann, sondern wir sind in einer Region, die von Familienunternehmen lebt und von einer gewissen Bodenständigkeit – und auch von einer gewissen Naturverbundenheit und ähnlichem.“

Und entsprechend sollten die Startups glaube ich auch sein von der Denkstruktur her. Also wenn ich eben Facebook 2.0 machen möchte, dann ist sicher Berlin das bessere Pflaster oder London oder gleich Silicon Valley. Aber wenn ich einen Maschinenbauer oder ähnliches machen will, dann bin ich hier in der Region perfekt. Wenn jemand etwas machen will, das guten Profit abwirft, aber nicht gleich ein 5.000-Mann-Unternehmen, sondern ein 400-Mann oder 50-Mann-Unternehmen wird, dann bin ich hier in der Region genau richtig.“

Franz Sauerstein: „Wo würdest du Konstanz gerne in zehn Jahren sehen und wie denkst du, kann es da hinkommen?“

Moritz Meidert: „Das ist eine sehr gute Frage! Konstanz ist für mich eine Stadt, die sich immer stärker zu einer sehr kleinteiligen Wirtschaftsstruktur entwickelt. Die, von Tourismus und Einzelhandel mal abgesehen, zurzeit Schwerpunkte im Bereich Regenerative Energien, IT und Kreativwirtschaft hat.

„Die Kreativendichte pro Quadratkilometer ist in Konstanz so hoch wie sonst nur in Berlin.“

Ich glaube, das wird sich nicht abschwächen, sondern eher verstärken, weil wir erst mal Cluster in den Bereichen schon haben, die sich auch wechselseitig befruchten.

Kommunikation ist einer von vielen Erfolgsfaktoren. Die Bodenseeregion muss sich offen als Gründerzentrum positionieren, um eines zu werden.

Kommunikation ist einer von vielen Erfolgsfaktoren. Die Bodenseeregion muss sich offen als Gründerzentrum positionieren, um eines zu werden.

Und zweitens: Die Stadt hat einfach eine geile Lage. Deshalb glaube ich, dass Konstanz noch eine Menge Wachstumspotenzial hat. Aktuell hat Konstanz über 200.000 Einwohner als Agglomeration, also von Meersburg bis Steckborn und zwischen Amriswil und Radolfzell.

Das ist so klein ja nicht. Aus Schweizer Sicht ist es sogar die viertgrößte Agglomeration der Schweiz, nach Zürich, Basel und Genf. Und auf einer Stufe mit der Region Luzern. Ich glaube, da ist noch eine Menge Potenzial, wenn wir es schaffen in Konstanz die aktuell bestehende Trennung zwischen Wohnen und Arbeiten sukzessive aufzuheben.

Franz Sauerstein: „Kann eine kleinräumige Wirtschaftsstruktur Großunternehmen ersetzen? Wie kann man diese Struktur fördern und den Standort Konstanz attraktiver machen?“

Moritz Meidert: „Eine kleinräumige Wirtschaftsstruktur, die auch die Großen wie Siemens und Takeda et cetera, ersetzen kann – und zwar gut ersetzen kann – diese kleinteilige Wirtschaftsstruktur lebt von Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Von kurzen Wegen, von nachhaltigem Denken, von Glasfasernetz, was wir ja Gott sei Dank immer stärker bekommen.

Das sind die Faktoren, auf die es uns ankommen sollte. Dazu gehört dann auch eine Verkehrsinfrastruktur, die noch ein bisschen anders denkt, als sie es heute tut. Und damit meine ich jetzt nicht den Einfall der Schweizer, den ich extrem begrüßenswert finde, da profitiert die Stadt immens von.

Wenn wir es dann noch schaffen heilige Kühe zu schlachten und zum Beispiel Dinge wie die Kleingartensiedlungen in Stromeyersdorf, durch eine Wohn-, Gewerbe- oder Mischbebauung zu ersetzen, dann kriegen wir auch unsere Wohnungsprobleme sukzessive gelöst. Gerade Stromeyersdorf ist prädestiniert fürs Wohnen und Arbeiten. 70 Prozent Wohnen, 30 Prozent Gewerbe in diesem Stadtteil und er ist immer noch schön, dazu am Seeufer.

So würde ich die Entwicklung in Konstanz sehen. Auch die Hochschulen werden in ihrer Bedeutung nicht nachlassen. Die sind beide sehr gut aufgestellt. Ich glaube, dass wir in Konstanz da tatsächlich auf dem richtigen Weg sind. Konstanz kann das Zentrum einer brummenden Gründerregion werden. Das ist mein Ziel.“

Franz Sauerstein: „Das ist ein toller Abschluss. Danke für das Interview!“

Was denken Sie darüber?

Moritz Meidert vom Gründerschiff stellt interessante Thesen auf. Ich frage mich, was Sie davon halten! Wird Konstanz in Zukunft Gründerregion werden? Finden Sie es begrüßenswert? Was sind Ihre Ideen? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Author: Franz Sauerstein

Franz Sauerstein ist Digital-Marketer mit Spezialisierung auf profitables WordPress-Webdesign und umsatzstarke WooCommerce-Shoplösungen. Er hilft Unternehmen und Organisationen, Wert zu erzeugen - und das auf eine wirtschaftliche und zuverlässige Art. In seiner Freizeit ist er stets auf der Suche nach der weltbesten Heißen Schokolade.

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